Geld ist eines der grundlegendsten Werkzeuge der menschlichen Zivilisation. Es ermöglicht wirtschaftlichen Austausch und dient zur Speicherung von Wert über die Zeit. In seiner essenziellen Funktion erfüllt Geld drei Hauptaufgaben:
Tauschmittel (Medium of Exchange) – Geld macht Handel effizienter, indem es den direkten Warentausch (Naturaltausch) überflüssig macht. Dieses Problem wird als das „doppelte Zusammentreffen von Bedürfnissen“ bezeichnet: Damit ein Tausch funktioniert, müssen beide Parteien exakt das haben, was die andere benötigt. Geld löst dieses Problem, indem es als allgemein akzeptiertes Tauschmittel fungiert.
Wertaufbewahrungsmittel (Store of Value) – Geld sollte seinen Wert über die Zeit bewahren, sodass Menschen Vermögen ansparen und es später nutzen können, ohne dass es an Kaufkraft verliert. Ziel ist es, geleistete Arbeit in die Zukunft mitzunehmen.
Recheneinheit (Unit of Account) – Geld ermöglicht eine einheitliche Preisbildung, sodass der Wert von Waren und Dienstleistungen vergleichbar und berechenbar wird.
Im Laufe der Geschichte wurden verschiedenste Dinge als Geld genutzt: Muscheln, Salz, Vieh, Silber und Gold. Durch einen natürlichen Selektionsprozess setzte sich das beste Geld durch. Gold wurde über Jahrtausende hinweg bevorzugt, weil es selten, haltbar, teilbar und schwer zu fälschen war. Silber hatte ähnliche Eigenschaften und wurde häufig für kleinere Transaktionen verwendet.
Ein entscheidender Vorteil von Gold war seine Knappheit: Niemand konnte es beliebig vermehren. Neue Goldvorkommen waren begrenzt, was verhinderte, dass zu viel „Geld“ in Umlauf kam und seinen Wert verlor. Das machte es zur stabilsten Form von Geld, die die Menschheit kannte.
Damit Geld wirklich funktioniert, muss es bestimmte Eigenschaften besitzen:
Haltbarkeit – Es muss über lange Zeiträume bestehen bleiben.
Transportierbarkeit – Es sollte einfach zu bewegen sein.
Fungibilität – Jede Einheit des Geldes sollte identisch und austauschbar sein (Ein 10-Euro-Schein ist genauso viel wert wie ein anderer 10-Euro-Schein).
Teilbarkeit – Es muss in kleinere Einheiten aufteilbar sein.
Knappheit – Es darf nicht beliebig vermehrbar sein.
Unveränderbarkeit – Ein stabiles Geldsystem sollte weder willkürlich veränderbar noch manipulierbar sein. Weder die Geldmenge noch die Regeln dürfen beliebig angepasst werden, und das Vermögen der Nutzer sollte nicht konfiszierbar sein.
Akzeptanz – Menschen müssen darauf vertrauen, dass andere es ebenfalls als Zahlungsmittel akzeptieren.
Gold erfüllte viele dieser Kriterien gut, aber war schwer zu transportieren und zu teilen. Fiat-Geld (staatlich ausgegebenes Geld - später mehr dazu) ist zwar transportabel und teilbar, aber nicht knapp und leicht manipulierbar.
Überall in der Geschichte zeigt sich: Wenn Geld seine Knappheit verliert, folgt wirtschaftlicher Niedergang.
Sei es in antiken Zivilisationen oder modernen Gesellschaften – wenn eine Währung verwässert wurde, führte das immer zu ihrem Fall. Ein paar historische Beispiele:
Salz: In einigen Kulturen wurde Salz als Geld verwendet (daher das Wort „Salary“), doch sobald es leichter verfügbar wurde, verlor es seinen Wert.
Römisches Reich: Die Römer begannen, Silber aus ihren Münzen zu entfernen, um mehr Geld in Umlauf zu bringen. Dies führte zu steigenden Preisen, Misstrauen in die Währung und letztlich zum wirtschaftlichen Kollaps.
Kolonialzeit: In Afrika und Ozeanien wurden Perlen als Geld genutzt, bis Europäer massenhaft künstliche Perlen produzierten und damit ganze Wirtschaftssysteme zerstörten.
Bis ins 20. Jahrhundert war Geld meist durch Gold gedeckt. Das änderte sich schrittweise:
1914: Mit der Gründung der Federal Reserve (FED) und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs begannen viele Länder, ihre Währungen von Gold zu entkoppeln, um Kriege zu finanzieren.
1944 (Bretton-Woods-System): Die USA übernahmen mit dem Dollar als Leitwährung die Kontrolle über das globale Finanzsystem. Der Dollar war noch an Gold gekoppelt, aber andere Währungen waren nur an den Dollar gebunden. Das bedeutete, dass sie darauf vertrauen mussten, dass die USA ihre Geldmenge nicht unkontrolliert ausweiteten.
1971 (Nixon Schock): Präsident Nixon beendete endgültig den Goldstandard, indem die USA aufhörten, Dollar gegen Gold einzutauschen. Seitdem basiert Geld nur noch auf Vertrauen in Regierungen und Zentralbanken (Fiat-Geld).
Seit 1971 gibt es keine harte Begrenzung mehr für die Geldmenge, was dazu geführt hat, dass Zentralbanken immer mehr Geld drucken – mit der Folge, dass Inflation und Währungsabwertungen zur Normalität wurden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in der Eurozone das Mandat, die Inflation bei etwa 2 % pro Jahr zu halten ("Preisstabilität"). Doch das bedeutet über lange Zeiträume dennoch einen erheblichen Kaufkraftverlust:
Unser heutiges Geld ist mit nichts gedeckt. Eine solche Geldpolitik hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Gesellschaft.